Auf dem Blog von Château de Termes

im Languedoc/Frankreich,

der Burg meines Romanprotagonisten,

wird auch Werbung für mich gemacht!

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Wenn Sie mal hinfahren, um die Handlungsorte meines Romans zu besichtigen,

richten Sie dort gerne meine Grüße aus!

Mein Vortrag beim Freundeskreis Hockenheim-Commercy
Mein Vortrag beim Freundeskreis Hockenheim-Commercy

 

 

 

Eine Alternative zum übervollen Bücherregal ist auch die Umstellung auf das Lesen von eBooks.

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Meine Rezensionen zu Büchern anderer Autoren

UND NIETZSCHE WEINTE - von Irvin D. Yalom


Gebrochene Männerherzen und wachsende Selbsterkenntnis


Wie bewältigt man(n) Liebeskummer



Friedrich Nietzsche, als Philosoph seiner Zeit zu weit voraus, kann sich jedoch von seinem gebrochenen Herzen nicht selbst heilen. – Der zur selben Ära lebende Arzt Dr. Breuer unternimmt unter dem Einfluss des mit ihm bekannten Sigmund Freud erste Schritte in der Psychoanalyse, während er ebenfalls mitten in einer Lebenskrise steckt. – Dies ist die tatsächliche Ausgangssituation, aus welcher der Autor eine fiktive Geschichte bastelt, die die beiden Männer am Ende in tiefer Freundschaft verbindet. Einer Freundschaft, die man dem von Seelenleid und körperlichen Gebrechen geplagten Nietzsche nur hätte wünschen können.

Möglicherweise hätte diese „Redekur“, die Breuer im Roman bei Nietzsche anwendet, dem einsamen Denker in der Realität wahrhaft geholfen und ihn vor seinem traurigen Ende bewahrt. Möglicherweise hätte der Autor, selbst Psychiater, dies auch dem Arzt Breuer gerne angedeihen lassen …

Der Großteil des Romans besteht aus nachdenklichen Zwiegesprächen mit psychologischen Aspekten. Mitunter könnte dies langatmig sein, doch die wunderschöne, zu der Zeit dieser Handlung passende Sprache und die Einblicke in die Männerseelen der Protagonisten, welche beide über eine unerfüllte Liebe ihren Lebenssinn verloren haben, machen den Roman auf anregende Weise spannend. Die Menschen Nietzsche und Breuer werden sehr menschlich dargestellt, da sie sich trotz ihres immensen Wissens nicht selbst helfen können und über eigene charakterliche Schwächen, verquere Sicht des weiblichen Geschlechts und die üblichen Lebensängste stolpern. Erst die gegenseitige Unterstützung bei der Bloßlegung ihrer Seelen und Offenbarung ihrer eigenen egoistisch geprägten Haltungen bringt die Heilung. Das Wagnis des absoluten Vertrauens in das Gegenüber lässt die Freundschaft wachsen, die auch dann noch Bestand hat, als jeder dem andern seine letzten Unwahrheiten eingesteht. Dieses Beispiel wäre in der Anwendung auf das andere Geschlecht auch die Lösung ihrer Beziehungsprobleme, aber diese Erkenntnis muss der Leser selbst finden, der im Beobachten der inneren Kämpfe dieser großen Männer zur Selbstreflektion animiert wird. Dennoch ist dieser Roman kein Handbuch der Psychologie, da er nur an der Oberfläche zu kratzen vermag. In der kurzen Zeit von Nietzsches Kuraufenthalt wird in der Realität auch bei niemandem eine Heilung eintreten. Es ist eben nur ein Roman…

Am Ende habe ich mitgeweint, mit diesem Nietzsche, der sich selbst alles versagte und doch die Suche nach Freiheit und Wahrheit und somit letztendlich Freude predigte.




DER GARTEN ÜBER DEM MEER - von Mercè Rodoreda


Es gibt Bücher, die sind schon von ihrem Äußeren her eine Zierde für den Bücherschrank


Plauderei mit dem Gärtner


Man hat das Gefühl, ein gemütliches Plauderstündchen mit dem Gärtner abzuhalten, der von den Besitzern dieser Ferienvilla am Meer erzählt, deren Garten er seit Jahrzehnten pflegt. Aber es ist keine oberflächliche Soap, die in den wilden 20ern spielt. Man ahnt schon zu Beginn, dass der Roman mehr Tiefgang hat. Das mag an einer unterschwelligen Melancholie liegen; der Darstellung der Situationen, die nicht an typischen Merkmalen dieser Jahre festgemacht ist, sondern in jeder Zeit - auch heute - spielen könnte. Neben den Szenen, die aufzeigen, wie sich die Angehörigen der Upperclass mit allerlei Späßen die Zeit vertreiben, schimmert das Leid durch, das vor keinem, ob arm, ob reich, Halt macht. Da hilft auch nicht die Jagd nach immer dekadenteren Attraktionen, um die innere Leere derer, die alles kaufen können, was es zu kaufen gibt, zu füllen. Auch die Charakterschwächen der einzelnen lassen sich auf Dauer nicht vertuschen. Auf den ersten Blick scheint die Welt der Reichen eine heile Welt zu sein, wie sie auch die Gesellschaft um sich herum glauben machen wollen. Aber aus dem Blickwinkel des lebenserfahrenen Gärtners, der zwar weder urteilt noch die Dinge beim Namen nennt, sondern immer die respektvolle Distanz des Dienstboten wahrt, erkennt man die Flucht der Bewohner dieses Hauses vor ihrem eigenen Wesen, vor ihren Unzulänglichkeiten, vor ihren Sehnsüchten, die kein materieller Überfluss stillen kann...

Es gibt Bücher, die sind schon von ihrem Äußeren her eine Zierde für den Bücherschrank. So einen wunderschön farbig bedruckten Leineneinband muss man streicheln, das glatte Papier beim Umblättern fühlen, den perfekten Satz und Druck des Textes genießen.

Auch der Sprachstil des Buches ist sehr schön. Der Gärtner plaudert über seine Herrschaften und sein Leben. Er sucht manchmal nach den passenden Worten, weil er sich nicht so gebildet wie die feinen Leute auszudrücken vermag. Doch auch dies gehört zum Ausdruck des Buches und tut der Schreibe der Autorin keinen Abbruch. Nie driftet sie in das Triviale oder Derbe ab.

Die Autorin hat sich perfekt in den Gärtner versetzt. Bei der Wahl ihrer Worte hört man einen älteren Herrn sprechen, der hüstelnd und brummend zwischen seinen Beeten harkt und unter seinem Hut, hinter Büschen und Blumentöpfen dennoch neugierig - ohne indiskret zu sein - seine Arbeitgeber in ihrem Alltag belauscht; Einblicke in ihr Leben erhascht, um dann wohl für sich festzustellen, dass sie trotz ihres Geldes und Überflusses ihre Lebenslügen nicht verbergen können. Die beiden zentralen Figuren unter den Herrschaften entstammen den gleichen Verhältnissen, wie ihre Angestellten, konnten sich aber reich verheiraten. Und dies wie es scheint nicht der Liebe wegen.

Trotz all der ansonsten meist fröhlichen Erinnerungen, wie an die gespielten Streiche, haftet dem Buch auch im Allgemeinen eine gewisse Melancholie an. Dies liegt an der im Garten widergespiegelten Vergänglichkeit allen Seins, an der Erzählung an sich, die gewissermaßen ein Rückblick auf gute Zeiten ist. Denn Reichtum, Ansehen und das Leben ohne schweißtreibende Mühen konnten die Bohemiens nicht vor Verletzung ihrer Herzen durch falsch gelebte Liebe bewahren. Sie sind den Stürmen des Lebens ebenso ausgesetzt wie der Garten über dem Meer und auch der Gärtner selbst. Wie sie ihren Gefühlen wohl entkommen wollen?




HUNDERT JAHRE EINSAMKEIT - von Gabriel García Márquez


Das älteste Weinen der Menschheitsgeschichte in einer Parabel...



Natürlich geht es um die Liebe unter den Menschen, um alle Formen der Liebe, die ja das einzige ist, was wir suchen und erstreben – ob zu uns selbst oder zu anderen. Die Wege, die die Menschen dafür einschlagen, sind oft wirr und führen eher zum Gegenteil, weil der Egoismus dies diktiert.

Der Roman hat etwas von einer Parabel und seine zeitliche Ansiedlung ist kaum feststellbar. Sicherlich Absicht des Autors, der im Blick auf die Darstellung der Gesellschaft anhand dieser Familiengeschichte und Dorfgemeinschaft von Macondo einen Spiegel vorhalten will. Dennoch beschreibt der Autor seine Protagonisten sowie ihre Verhaltensweisen ohne jede Beurteilung und stellt selbst Bösewichte oder traurige und brutale Begebenheiten völlig emotionslos dar, weshalb es dem Leser selbst überlassen bleibt, wie er diese empfindet – vielleicht weil wir als Außenstehende auch nicht über andere urteilen sollen…

Die Abgründe in der fiktiven Familie Buendía, die eigentlich die Abgründe und die Exaltiertheit in jeder Gesellschaft versinnbildlichen, halten die Neugierde des Lesers von Anfang bis Ende aufrecht. Wenn dann noch durch die bildhaften Beschreibungen dieses kolumbianischen Autors Südamerika beim Lesen im Fantasiestofflichen um den Leser herum wabert, bekommt das Buch auch noch eine träumerische Note.

Es ist ein modernes Märchen, eine Erzählung in wunderschöner Sprache, die das Thema der Einsamkeit von verschiedenen Warten aus beleuchtet: Die Einsamkeit des Todes, die Einsamkeit des Ruhms und der Macht, die Einsamkeit der nach Liebe Suchenden, die Einsamkeit die aus dem Nicht-Allein-Sein-Können resultiert, die Einsamkeit in einer falsch gelebten Liebesbeziehung, die Einsamkeit, die aus mangelnder Selbstliebe resultiert ...

Viel Geschichte Südamerikas und unterschwellige Kritik ist in dieser Parabel ebenfalls versteckt.

Der Liebesschmerz und die Melancholie der südamerikanischen Mentalität quillt aus jeder Seite des Buches. Vielleicht ist es auch eine Karikatur auf die Geschichte des Landes, wobei den Zeilen immer ein gewisses Phlegma der Einsamkeit innewohnt...

Mit der Betonung im Schlusssatz des Romans auf das Fehlen einer zweiten Chance auf Erden, mahnt der Autor den Leser, seine eigenen Chancen für eine hoffnungsfrohere, liebevollere Lebenseinstellung und Lebensweise nicht verstreichen zu lassen.  

Während des Lesens habe ich festgestellt, dass dieses Buch nach der alten Rechtschreibregelung geschrieben wurde. Gefällt mir. Schön, mal wieder ein "daß" mit dem typisch deutschen scharfen S zu lesen.

Dieser Roman ist weder spannend noch emotionsgeladen, trotzdem legt man ihn nicht so einfach aus der Hand, wenn man einmal zu lesen angefangen hat – dies verbunden mit einer tadellos gewählten Sprache, darin liegt die Kunst des Schreibens.




MARÍA - von Jorge Isaacs


Eine kolumbianische Tragödie!

 

 

Ein tragischer Roman über die erste Liebe des Sohnes eines Großgrundbesitzers im Kolumbien des 19. Jahrhunderts...

"Wer noch nie vor Glück geweint hat, sollte es aus Verzweiflung über die vergangene Jugend tun. So wie in jungen Jahren kann man nie wieder lieben. Die erste Liebe! Der edle Stolz unsere Liebe zu fühlen, die Hingabe, mit der man auf alles verzichtet zugunsten der geliebten Frau! Die Glückseligkeit eines Tages bedeutet mehr als die Tränen eines ganzen Lebens. Durch die Liebe bekommen wir ein Geschenk Gottes, das uns durch jede Sekunde bis zum Tod begleitet..."  - Eine der wenigen Textstellen, die nicht unter der schlechten Übersetzung und dem fehlerhaften Lektorat gelitten haben.

Die Sätze sind zu kurz oder verdreht. Beschreibungen falsch formuliert. Der Inhalt wird dadurch oft abgehackt, weshalb der Text keine Melodie erhält und in der Seele nichts zum Klingen bringt. Dann gibt es wieder ganz gelungene Textpassagen, die Gefühle transportieren. Wenn der Roman einst ein Bestseller in ganz Südamerika war und, wie mein kolumbianischer Brieffreund mir versicherte, jeden noch heute zu Tränen rührt, vermute ich mal, dass dies in der Originalsprache anders sein muss. Schade, dass man als Deutsche nicht daran teilhaben kann… 

Trotzdem kann man sich ein grobes Bild von Mentalität und Gesellschaft dieses Landes in jener Zeit machen, weshalb ich drei Sterne vergebe.

 

 

 

Meine Rezension zum Kinofilm

 

Escobar – Paradise lost

 

Jedes noch so wunderschöne Paradies hat seine Schlange und je atemberaubender die Landschaft und je reicher die Natur ist, desto giftiger ist das Getier, das sich in der Dunkelheit versteckt…

Der Drogenhändler Pablo Escobar war so eine Giftschlange für das Paradies Kolumbien, das so viel anderes zu bieten hat als Kokain. Seine gespaltene Persönlichkeit zwischen liebevollem Familienvater, Medienliebling und grausamsten Verbrecher aller Zeiten wurde im Film relativ gut durch die fiktive Liebesgeschichte der beiden unbedarften jungen Menschen dargestellt, die von dem Bösen in ihrer allernächsten Umgebung nichts ahnen und sich wie in der Wirklichkeit auch die meisten Kolumbianer damals vom äußeren Schein des ach so liebevollen, fürsorglichen und großherzigen Multimillionärs täuschen lassen, der mit seinem Geld sehr spendabel sein konnte und, da wo die Politiker aus der ehemals kolonialen Herrenkaste versagten, soziale Projekte in seinem Land ins Leben rief. Hinter dieser Fassade regierte jedoch die Egozentrik dieses machtbesessenen Mannes, der das Ansehen unter seinen Mitmenschen und auch anderen Berühmtheiten dieser Welt sehr genoss, die nicht danach fragten, woher sein übermäßiger Reichtum kam und wie schmutzig und blutig dieses Geld in Wahrheit war. Denn Escobar, mit Benicio Del Toro hervorragend besetzt, verdiente sein Geld mit dem Tod. Sein Hunger nach Reichtum und Macht war unermesslich, seine Handlungsweise skrupellos und kaltblütig. Selbst ihm nahestehende Personen, die er wie allernächste Verwandte vertrauensvoll zu behandeln schien, sind eigentlich nur Statisten seines Images, die jederzeit ihre Schuldigkeit getan haben können. Jedes Wort, das Benicio Del Toro in seiner Rolle als Escobar spricht, hat psychologische Wirkung auf sein Gegenüber sowie einen doppelten Boden, und es wird klar, dass der echte Escobar über große Menschenkenntnis verfügt haben muss, um sich derart an die Spitze der High Society der 80er und 90er zu bringen. Sein von unmerklichem Wahnsinn regiertes Ego, das von der moralischen Richtigkeit seines Tuns überzeugt ist, zeigt sich gegen Ende im Film, wo er glaubt, selbst Gott kontrollieren und befehlen zu können..

So wird aus der anfangs noch sehr romantischen Liebesgeschichte zwischen dem Kanadier Nick und Maria, der Nichte des kolumbianischen Drogenbarons, bald ein mit Angst besetzter Thriller, wodurch die Person des Escobar, als Hauptthema des Films gut herausgearbeitet ist.

Gut fand ich, dass im Gegensatz zu den üblichen reißerischen Thrillern die Gewaltszenen nicht zu Effekt heischend mit langen Kameraeinstellungen auf die Leichen gedreht wurden. Die sich steigernde Angst der Filmfiguren, übrigens sehr gut gespielt durch Josh Hutcherson, war für den allerdings nur bedingt mitfiebernden Zuschauer überschaubar, da zu Beginn des Films schon zu viele Schlussszenen angerissen wurden. Damit ging etwas Spannung verloren. Sehr gut hat mir das Ende gefallen, das weder schmalzig noch reißerisch ist, sondern einfach und trotz allem überraschend.    

Gefehlt hat mir der krasse Gegensatz von Gewalt gegenüber der Schönheit des Paradieses Kolumbien, denn der Strand und die Landschaftsszenen im Film lassen nur selten den Vergleich mit einem Paradies zu, obwohl es auch Titelthema ist. Schade, dass der Film nicht am Schauplatz der Geschichte gedreht oder wenigstens Landschaftsaufnahmen von Kolumbien eingespielt wurden, um dieses tatsächlich paradiesische Land zu zeigen.

 

Fazit: Durchaus sehenswerter, weil auch nicht Gewalt verherrlichender Thriller, der dem Zuschauer begreiflich macht, wie schnell ein Paradies verloren gehen kann…

 

 

Meine Rezension zum Buch

 

Killing Pablo - von Mark Bowden

 

Der Zweck heiligt nicht die Mittel

 

Noch heute verbindet ein jeder mit dem Namen des Landes Kolumbien Drogenhandel, Gewalt und Lebensgefahr und so mancher bezweifelt, dass es inzwischen ein wunderschönes Reiseland ist. Schon gut vierzig Jahre vor dem berüchtigten Drogenbaron Pablo Escobar herrschte gewissermaßen Bürgerkrieg in diesem südamerikanischen Staat, der doch über unsäglichen Reichtum an Bodenschätzen und eine paradiesische Landschaft verfügt. Ob Guerilleros oder verfeindete Drogenkartelle untereinander oder gegen die Staatsmacht – bis vor zwanzig Jahren kam das Land nicht zur Ruhe.

Einer der größten und unberechenbarsten Gewalttäter war der durch seinen Reichtum übermächtige Pablo Escobar, der sein Geld mit dem Tod verdiente. Sein Hunger nach Reichtum und Macht war unermesslich, seine Handlungsweise skrupellos und kaltblütig. Selbst ihm nahestehende Personen, die er wie allernächste Verwandte vertrauensvoll zu behandeln schien, waren eigentlich nur Statisten seines Images, die jederzeit ihre Schuldigkeit getan haben konnten. Jeder, der freiwillig oder gezwungenermaßen mit Escobar zu tun hatte, schwebte in beständiger Lebensgefahr und man wünscht sich oft genug beim Lesen des Buches, dass sie ihn endlich zur Strecke bringen sollten.

Durch die detaillierte Beschreibung des Autors Mark Bowden in seinem Bericht über die Jagd auf den Drogenbaron Pablo Escobar wird neben dem genauen chronologischen Ablauf der Geschehnisse und den daran beteiligten Politikern, kolumbianischen Staatsorganen, Militärs und amerikanischen Geheimdiensten, Sonderkommandos und Spezialeinheiten auch Pablo Escobar selbst als Person recht gut skizziert. Trotz seiner nicht sehr hohen Schulbildung wird einem bald klar, dass der Boss des Drogenkartells von Medellín über eine ausgebuffte Intelligenz und große Menschenkenntnis verfügt haben muss, indem er die Psyche seiner Gegner und Mittäter, ihre Schwächen und Handlungsweisen genau berechnen konnte, und sie entsprechend antriggerte, um sie in der Hand zu haben. Obwohl er ihre Schwächen sicher nur deshalb so gut erkannte, weil er auf sich, auf die Ängste seines Egos reflektiert hat, war Escobar von der moralischen Richtigkeit seines Tuns überzeugt und es gab genügend Leute, die ihn darin bestätigten, indem sie ihn in den 80er und 90er Jahren an der Spitze der High Society begrüßten.

 

Killing Pablo ist, obwohl Mark Bowden als u.s.-amerikanischer Journalist etwas voreingenommen, ein einigermaßen objektiv gelungener Bericht, der hier und da natürlich einen leicht überheblichen Beigeschmack hat. Dennoch werden die Kolumbianer am Ende nicht als unfähig dargestellt und auch die menschlichen Schwächen der u.s.-amerikanischen Spezialisten vorgeführt, die während und am Finale der Menschenjagd den Leichnam Escobars quasi am liebsten als Trophäe ausgestopft und in ihren Wohnzimmern an die Wand gehängt hätten. Ihr Töten und Morden – auch wenn sie dabei teilweise nur als Informanten mit sachdienlichen Hinweisen fungiert haben – wurde und wird weder von der Gesellschaft noch vom Gesetz jemals angeklagt. Nur dem einen oder anderen scheint bewusst zu werden, dass sie als Menschen nicht besser als der Gejagte waren. Auch sie töteten für Geld und in der Überzeugung recht zu handeln…   

 

Auf unterschwellige Art und Weise und wahrscheinlich unbeabsichtigt zeichnet Mark Bowden in Killing Pablo auf, wie Politik und Gesellschaft funktioniert haben, noch immer funktionieren und auch in Zukunft funktionieren werden. Man erschrickt während des Lesens über die Kaltblütigkeit und stellt sich viele Fragen, die offen bleiben müssen, weil das Buch nur ein Bericht ist, der keine Antworten gibt. Was für eine Lehre könnten wir aus der Geschichte dieses Landes ziehen, die wiederum nur ein Beispiel für viele – vergangene und leider auch zukünftige – ist, weil wir Menschen nicht dazu zu lernen scheinen? Wie konnte ein Escobar so mächtig werden?

Mein kolumbianischer Brieffreund schrieb mir dazu: „Global nahm man nicht an den Problemen unseres Volkes Anteil, aber durch Schweigen verurteilte man Kolumbien indirekt und durch den Konsum bestimmter Erzeugnisse, welche die Psyche verändernde Halluzinationen erzeugen und welche zum guten Ton einer jeden gehobenen Gesellschaft weltweit gehörten, sponserte man die Gewalt.“

An anderer Stelle bemerkte mein Chatpartner aus Südamerika: „Manchmal, wenn es Gesellschaften und Feste gab, wussten die meisten, dass die Gäste Drogenhändler waren, aber alle hielten den Mund, weil es eine Ehre war, diese Reichen als Gäste zu haben.“

 

Schreib- oder übersetzungstechnisch gibt es im Buch ein paar kleine Mängel. Oft genug ist man verleitet, auf die Kolumbianer hinabzusehen. Von den Einflüssen aller Geschehnisse auf die Bevölkerung wird nur wenig berichtet, was eine Erklärung liefern könnte, weshalb die Menschen Pablo z. B. auch zugejubelt haben oder noch heute sein Grab liebevoll gepflegt wird. Der Autor beruft sich auf eine Vielzahl von Quellen, die im Anhang aufgeführt sind, aber mitunter ist der Bericht etwas langatmig und schweift bei den Beschreibungen der organisatorischen Zusammenhänge der Jäger oft so weit ab, dass mir als Leser bisweilen der Überblick verloren ging, wer denn jetzt genau den Drogenboss jagt und mit welcher Ambition. Möglicherweise ist dies jedoch Absicht, weil auch in der Politik vieles im Dunkeln liegt, denn gibt es nicht auch da in weißen Westen genügend leitende Köpfe, die Kokain oder Ähnliches konsumieren?

 

 

 

AUS MEINEM LEBEN - von Giacomo Casanova


Casanova - nicht nur ein gewisser Männer-Typus, sondern ein hervorragender Autor!



Erstaunt haben mich schon nach den ersten Zeilen die Intelligenz, der Tiefgang und die philosophischen Einwürfe dieses Mannes, bei dem ich nur Körperbetontheit und oberflächliche Jagd nach Befriedigung fleischlicher Gelüste vermutete. Doch diesem Klischee wirkt der Autor und Protagonist schnell entgegen. Er könnte sogar zur Emanzipation der Frau beigetragen haben, wären seine Bücher nicht so lange verboten gewesen.
Casanova hat sehrwohl erkannt, dass seine eigene Lebensfreude von der seiner jeweiligen Partnerin abhing. Der Respekt vor der Frau, die er als gleichberechtigt betrachtet, ist stets vorhanden. Man erhält interessante Einblicke in die Denkweise und Gefühlswelt eines Mannes. Er spricht sehr offen über das, was ihn bewegt. Allerdings ist er auch mitunter einer Frau derart verfallen, dass dies schon selbstzerstörerisch ist. Es soll ja auch Frauen geben, die nicht nur lieb, anmutig und selbstlos, sondern nur auf sein Geld aus sind. Emotional im Spiel einer solchen Frau gefangen, vergisst er sich dann doch und wehrt sich mit Gewalt.
Beim Lesen des Buches glaubt man fast, Casanova während einer Plauderei gegenüber zu sitzen. Dabei werden so einige voyeuristische Gelüste des Lesers befriedigt, wobei Casanova zwar erotische Szenen genau beschreibt, aber nie in platte Pornografie und derbe Sprache abtriftet.
Für historisch Interessierte des 18. Jahrhunderts ein unbedingtes Muss.




DER SANDELHOLZPALAST - von Yves Aubin


Protagonisten ohne Gefühl

Ein Groschenroman vor orientalisch-historischer Kulisse


Für mich läuft dieser Roman, auch wenn er viele gut recherchierte Elemente enthält, unter Trivialliteratur, denn der Autor hat keinen tiefen Blick für die Seele einer Frau und sieht sie nur in der Form, wie viele oberflächliche Männer Frauen gerne sehen.

Liebe wird nur über Erotik definiert - oder genauer: sexuelle Willfährigkeit. Ein Innenleben haben die Personen in diesem Roman fast keines. So werden u. a. bei dem Beschluss ihres Ehemannes, dass Johanna ihre indische Heimat verlassen und mit ihm nach Paris ziehen soll, kaum Gefühle der Protas transportiert, weil nur ihre äußerlichen Reaktionen beschrieben werden und nichts von der Seelenqual.

Es gibt ein paar spannende Passagen, die etwas Lesegenuß bescheren. Aber dann wird wieder unnötig und unlogisch in die Länge gezogen, wenn die Protas nichts mehr zu essen haben und Hunde und Ratten verspeisen, sich dann jedoch nach Wochen immer noch Hühner usw. finden. Oder die Protagonistin liegt im Sterben, wünscht sich aber – trotz hohen Fiebers und faulendem Arm – noch Sex von dem lang ersehnten Freund, der endlich an ihrem Sterbebett eingetroffen ist. Überhaupt ist die Liebesgeschichte, die als roter Faden zwischen den historischen Ereignissen dienen soll, ohne jeglichen Tiefgang. Die Charaktere der Frauen werden nur oberflächlich als sehr dümmlich und hysterisch dargestellt. So haben sich die Damen dieser Zeit natürlich nach außen gegeben, aber sie haben doch sicherlich auch ein reiches Innenleben gehabt und ihr Handeln reflektiert. Andererseits füllen äußerliche Beschreibungen von Orten, Landschaften und dem Aussehen der Personen ohne jegliche Handlung sehr ausführlich die Seiten. Zu Beginn werden auch die ganzen familiären Zusammenhänge akribisch aufgeführt, was es dem Leser recht schwer macht, richtig in dem Roman abzutauchen. Dann tauchen am Ende unter anderem Personen, vor allem Bösewichte, auf, die angeblich schon zu Beginn im Leben der Protagonistin eine Rolle gespielt hätten, diese es aber wegen ihrer Jugend noch nicht wahrgenommen habe (weshalb man sie wohl vorher nicht erwähnt und in die Handlung eingeflochten hatte…). Oder es taucht Geld auf, das dann der Protagonistin wieder ihren gewohnt mondänen Lebensstil möglich macht, von dem man aber vorher im Roman kein Sterbenswörtchen gelesen hat, weil ihr Ehemann es vor ihr verheimlicht hatte…

Es wäre sehr viel spannender gewesen, dies als Leser zu wissen und zu fiebern, ob die Protagonistin es nicht endlich findet usw… Das ganze Buch hindurch kommt immer wieder die Floskel "ein, zwei" zum Einsatz: Ein, zwei Männer, ein, zwei Stunden, ein, zwei Tage... Dann sind Handlungsweisen der Protagonisten völlig unlogisch entsprechend ihrem beschriebenen Charakter, oder wirklich üble Bösewichte zu Beginn des Romans sind am Ende zahm und großherzig… 

Die wirklich gut recherchierten geschichtlichen Ereignisse sind dabei trocken und langweilig, weil die Liebesgeschichte auch keinen richtigen Bezug zu ihnen herstellt.




GRANNY, EIN MORD UND ICH - von Angelika Godau

 

Gut recherchierte Kaiserzeitromanze mit Schmunzel-Effekt

 

Besonders begeistert hat mich der Schreibstil der Autorin, mit dem sie jedem der Protagonisten eine eigene Stimme gegeben hat und dem Leser durch den Wechsel von anspruchsvoller Sprache des 19. Jahrhunderts und moderner Umgangssprache herrliche Unterhaltung bietet. Außerdem ist das Buch ein absoluter Genre-Mix aus etwas Krimi-Spannung, Liebesroman, Fantasy und akribisch recherchierter Historie. Da wird der Leserin von dieser Geschichte mit wahrem Hintergrund zu keiner Zeit langweilig. Wenn die Ururgroßmutter der Protagonistin, die in der Realität übrigens die Urahnin der Autorin ist, als Astralreisende durch den Äther der Zeit in die Moderne switcht und plötzlich im Schlafzimmer der jungen alleinerziehenden Sabrina erscheint, gruselt es einen sogar ein bisschen. Auch diese fantastischen Elemente wirken auf mich nicht unrealistisch, weshalb schon die ersten Zeilen des Buches fesseln.

Die Handlung setzt sich aus der jeweiligen Sichtweise und abwechselnden Beschreibungen der Lebenssituationen der beiden Protagonistinnen in ihrer Ära zusammen und zeigt unterschwellig die Probleme der Frauen in einer von Männern dominierten Welt auf, die bis heute noch nicht weniger und einfacher geworden sind. Da hilft die emanzipierteste Einstellung nichts, wie auch Sabrina erfahren muss, wenn sie ihrer Granny die Augen über deren kaiserzeitlichen Gehorsam und ihre Duldsamkeit öffnen will. Schließlich verbünden sich Sabrina und Luise, um den geheimnisvollen Tod von Luises heimlichem Geliebten aufzudecken, und man fühlt ebenso den Liebesschmerz der Protagonistin mit.

Im Grunde sind beide auf ihre Weise Rebellinnen gegen gesellschaftliche Begrenzungen, an deren Entstehung die Frauen durch falsche Erziehung ihrer Söhne nicht unschuldig sind... Mit diesen Nuancen, die einem bewussten Leser sicherlich nicht entgehen werden, erhält der Roman trotz seiner humoristischen Verpackung eine gewisse Tiefe.

 

 

 

WO LICHT IST - von Sarah Moss


... ist auch Hoffnung


Sarah Moss bringt die dunkle Seite von scheinbar ach so frommen Wohltätern ans Licht. Vielleicht werden die Leser nach diesem Buch in Zukunft sensibler hinter die glänzenden Fassaden von Gutmenschen blicken…

Der Plot des kritischen Romans findet im England des 19. Jahrhunderts statt. Die Gesellschaft sowie die Protagonisten werden gelungen charakterisiert und das Zeitgeschehen ist sehr gut recherchiert. Im Mittelpunkt steht die Familie des wohlhabenden Künstlers Alfred Moberley mit seiner höchst puritanisch eingestellten Ehegemahlin Elizabeth und den beiden Töchtern Ally und May, deren Kindheit bis zum Erwachsenenalter ist der rote Faden des Geschehens. Elizabeths Wohltätigkeit ist vom Egoismus und nicht von Selbstlosigkeit geprägt. Ihr geht es darum "gut" zu sein, ein besserer Mensch als alle zu sein und so Gott zu gefallen, dessen Anspruch an Nächstenliebe sie überzogen und fanatisch verfolgt, während sie die Eigenliebe völlig ausklammert und somit auch die Liebe zu denen, um deren Liebe sie scheinbar nicht zu kämpfen braucht, weil ihre Kinder und ihr Mann sie aufgrund der Familienbande nicht verlassen können - zumindest vorläufig nicht... Aufgrund dieses Dünkels eine Weltverbesserin zu sein, greift sie für die Erziehung besonders ihrer ältesten Tochter zu grausamsten Mitteln. Dass die Welt zuerst im Kleinen, in ihrem eigenen Umfeld zu verbessern ist - dass sie die Menschenrechte und zerbrechlichen Seelen ihrer Schutzbefohlenen zuhause mit Füßen tritt und auf ewig schädigt, sieht sie nicht. Elisabeths Liebesfähigkeit ist gleich null, weil sie sich ja noch nicht einmal selbst liebt. Wie soll sie etwas geben können, das sie nicht hat... Wenigstens ihre eigenen Töchter scheinen ihr Handeln zu hinterfragen und könnten deshalb eine Chance zu haben, aus den Fehlern der Mutter zu lernen und diese Spirale der selbstzerstörerischen Lieblosigkeit zu durchbrechen...

Der Schreibstil der Autorin ist nüchtern, kühl und prägnant wie der Charakter von Elizabeth Moberley, der Protagonistin des Romans, die die Quelle der Handlung aller anderen Hauptfiguren ist. So hat der Roman nicht nur über die Story seine Färbung von einer Härte, die dem Leser vor Mitgefühl für die der Gefühlskälte Elizabeths ausgelieferten Kinder fast das Herz zerdrückt. Die klar abgegrenzten Szenen und Sätze, welche mit wenigen Konjunktionen auskommen, wirken wie die Erziehungsmethoden der Protagonistin, die ihrer kleinen Tochter noch nicht einmal erlaubt, ein Stück von ihrem eigenen Geburtstagskuchen zu essen, sondern aufgrund einseitig gelebter Menschlichkeit das Mädchen zwingt, jenen armen Kindern zu überlassen. Das Erleben des Lesers wird auch durch die gewählte Zeitform der Verben im Präsens schon beinahe dreidimensional, da alles gerade jetzt, quasi um den Leser herum, zu geschehen scheint.
Ich hätte mir dennoch einen weicheren Schreibstil mit kürzeren Zeitsprüngen von einer Szene zur nächsten gewünscht. Die Beschreibungen waren zum einen sehr schön und bildhaft, zum anderen jedoch wieder fehlten sie ganz, wie beispielsweise bei manchen Nebendarstellern, zu denen ich darum überhaupt keinen Bezug bekam. Manchmal ist das Verhalten von Ally auch unlogisch, der Charakter entsprechend der Handlung nicht richtig ausgearbeitet. Mitunter hat man das Gefühl, etwas nicht ganz mitbekommen zu haben, weil dem Leser zu wenig Information geliefert wird. Oder wurde der Roman an dieser Stelle gekürzt? Ein Großteil des Romans findet darum im Kopf des Lesers statt, der sich die Szenen dann selbst ausmalt.
Vielleicht wollte die Autorin Sarah Moss auch damit zum Nachdenken anregen, zum Reflektieren und sozialkritischen Beobachten des heutigen Zeitgeschehens.
Doch nach aller Dunkelheit steht am Ende des Romans das Licht der Hoffnung, dass die dem Leser ans Herz gewachsene Ally lernt die Liebe kennen. Aber dieses Happy End ist nur ein Lichtfunke, denn Liebe zu erhalten und auf Dauer zu leben ist harte Arbeit und besonders für Ally noch ein langer Weg…




ICH BIN DANN MAL WEG - von Hape Kerkeling (Hörbuchversion)


Erheiternd und bewegend! Eine wundervolle Reisebegleitung während einer einsamen Autofahrt


Entspannung auf der Walz!


Normalerweise bin ich ja nicht die Hörbuchfreundin. Kürzlich hatte ich mehrere hundert Autokilometer quer durch Deutschland mit seinen stark befahrenen und Baustellen belasteten Autobahnen zu machen und mich aufgrund einer Empfehlung dazu entschlossen, auf der Fahrt mal ein Hörbuch zu hören und wählte diesen abenteuerlichen Reisebericht von Hape Kerkeling.

Man soll es nicht für möglich halten, wie wunderbar mich seine plaudernde Erzählung während meines persönlichen Verkehrschaos‘ entspannt und unterhalten hat! Hapes Sprache und Stimme sind beruhigend und halten den Zuhörer dennoch von Anfang bis Ende in neugieriger Spannung auf die nächste Episode. Dabei bleibt diese Plauderei keineswegs oberflächlich. Ich habe während dieser Stunden herzlich gelacht und Tränen des Mitgefühls bei den sehr persönlichen, spirituellen Erfahrungen des Autors geweint, die dieser Prominete wie in einem vertrauensvollen Zwiegespräch mit dem Zuhörer preisgibt.

Seine sehr individuellen Erlebnisse haben mich tief berührt, wie schon lange kein Buch mehr.

Weiß jemand, wie man einen sechsten Stern verteilen kann? ;-)




WUNSCHTRÄUME - von Kari Lessír


Liebe verwandelt...


Endlich! Endlich ein Liebesroman, in dem nicht, wie in den üblichen Schmalzromanen die egoistischen Wünsche von beziehungsunfähigen Romanheldinnen und –helden erfüllt werden, welche die sogenannte wahre Liebe beim ersten Augenkontakt oder Kuss auf immer und ewig – natürlich nach etwas Hindernislauf – finden!

Sondern endlich ein Liebesroman, der klar herausstellt, dass man/frau sich zuerst selbst lieben muss – zuerst sich selbst und die eigenen Bedürfnisse genau kennen muss, bevor der ideale Partner in ihr Leben tritt - oder wie bei Protagonistin Crissy in ihr Leben „fällt“…

Mit diesem Roman wird bei den Lesern mit der Illusion aufgeräumt, dass wahre Liebe und Lebensglück nur vom passenden Partner abhängt, der wie im Märchen die Prinzessin rettet und erobert. Viele Frauen verschlingen einen Liebesroman nach dem anderen, um ihre Sehnsucht nach dem rettenden Helden in ihren Beziehungen zu stillen und werden doch jedes Mal am Ende des Romans unzufrieden auf ihr eigenes Leben blicken.

In „Wunschträume“ wird unterschwellig Hilfe geboten. Die Autorin hat sehr mutig ihr spirituelles Wissen über Engel, die Gesetze des Universums und die Kraft der Gedanken und Wünsche in die Story einfließen lassen. Wem dies als Leserin zu esoterisch ist, kann immer noch das Werk von Kari Lessír als Fantasy sehen und dennoch seine Freude an diesem etwas anderen Frauenroman haben, da sich die Essenz des Buches nicht missionarisch aufdrängt.

 

Im ersten Kapitel musste ich bereits viel schmunzeln, denn die Situationen und Kommentare unter den Freundinnen Crissy und Mia sind derart lebensecht, dass sich sicherlich so manche Frau darin wiederfindet. Überhaupt sind die Protagonisten sehr gut herausgearbeitet und handeln alle ihrer Persönlichkeit entsprechend psychisch logisch. Der Schreibstil der Autorin ist superschön, modern und besser als von so manchem Mainstreamroman der großen Verlage. Obwohl ein Mainstreamthema bedient wird, bleibt er nicht oberflächlich. Die Beschreibungen sind sehr angenehm und ausführlich, ohne überladen zu werden. Ideal für das Kopfkino.

Die Abschnitte, in denen der Schutzengel zu Wort kommt, haben mich sehr berührt und wirkten darum real auf mich. Auch zeigt sich in der Darstellung der Protagonistin, weshalb sie wohl, trotz all ihrer offensichtlichen Vorzüge, noch nicht den richtigen Partner gefunden hat. Denn Crissy kann mit dem Alleinsein noch nicht gut umgehen und "braucht" jemanden an ihrer Seite, da sie sich selbst nie genug ist.

Dieses Problem beobachte ich unter meinen Single-Freundinnen ebenso, weshalb sich viele Leserinnen angesprochen fühlen müssten. Wie die Protagonistin könnten die meisten das schönste Leben haben, wenn sie sich nicht zwanghaft einbilden würden, dass sie unbedingt einen Mann ihrer Seite brauchen, weil nur geteiltes Glück wirkliches Glück wäre!

Das Buch ist ab der ersten Seite spannend und die Spannung steigert sich bis zum Ende, obwohl man spätestens ab der Mitte des Buches ahnt, wie es enden wird. Denn auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel! Ich war gespannt, wie sich die Story weiterentwickelte und welche Erfahrungen Crissy noch machen musste…

Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und es bleibt zu erwarten, wie die Liebesgeschichte im nächsten Band weitergeht. Denn auch wenn dieses Buch ein Happyend erahnen lässt, weiß lebenserfahrene Frau, dass in der Liebe nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Und diese Autorin gaukelt ihren Lesern auch keine heile Welt vor, die wie selbstverständlich für jeden erreichbar wäre – wenn man den richtigen Partner hätte…

Fazit: Ein Roman einer Selfpublisherin, der jedem modernen deutschen Verlagsroman den Rang ablaufen könnte…




LIEBE AUF SCHAMANISCH - von Kari Lessír


Der Titel des Buches klingt zunächst sehr nach modernem Trend, der Roman an sich hat allerdings ein ganz altes und weises Thema als roten Faden. Im Grunde geht es um den Sinn des Lebens, und die in den Plot integrierten schamanistischen Elemente könnten ebenso durch fernöstliche Meditationspraktiken usw. ersetzt werden. Das Resultat wäre dasselbe. Dabei wird beim Lesen durchaus deutlich, dass Liebe KEIN Hexenwerk ist und auch nicht durch solches zu erreichen. Doch nichts ist unmöglich, wenn man an die Macht der Gedanken und an das Gute glaubt, auf die göttliche Fügung vertraut und seine eigenen Ängste durch Liebe in das Leben ersetzt...

Christiane hofft auf eine erfüllende Partnerschaft in wahrer Liebe mit ihrem schüchternen und stotternden Nachbarn Patrick, der sich aufgrund seiner negativen Erfahrungen in seinem bisherigen Leben, das ihn als Sonderling abgestempelt hat, noch sehr zurückhält und immer wieder vor ihr verschließt. Allerdings weiß Christiane noch nicht, was wahre Liebe tatsächlich bedeutet und ihr kommen Zweifel, besonders als sich herausstellt, dass Patrick unter einem schwerwiegenden Verdacht steht, der auf einer missverstandenen Aussage eines seiner Schüler beruht.

Die wachsende Beziehung zwischen dem empathischen Schullehrer Patrick und der etwas träumerischen und labilen Christiane, die hier im zweiten Band der Roman-Reihe von Kari Lessír ebenso wie der männliche Protagonist allmählich an Selbstbewusstsein gewinnt, muss hart durch Selbstfindungsprozesse und wachsenden Verständnis geistiger Zusammenhänge erarbeitet werden. Es wird ganz klar gezeigt, dass es in einer Liebesbeziehung um ein vertrauensvolles Miteinander und ein gegenseitiges Geben und nicht nur Nehmen geht, und dass Oberflächlichkeit sowie das Stillen der Begierde nicht zur absoluten Erfüllung führen können. 

Auch wenn im Roman Engel, Krafttiere, Reisen in andere Dimensionen und Schamanismus eine große Rolle spielen, werden Herausforderungen des tatsächlichen Lebens ernsthaft und ohne Romantisierung von der Autorin dargestellt sowie auch indirekt Lösungswege von ihr aufgezeigt, wodurch sich hochsensible und spirituell ganzheitlich denkende Menschen in diesem Liebesroman wiederfinden, verstanden und auch unterstützt fühlen können. Jeder kann ein Held sein. Doch auch Helden sind verletzlich und für die Rettung der Welt sind wir alle in unserem Lebensbereich selbst verantwortlich.

Selbstverständlich kann auch dieser Roman von Kari Lessíer wieder rein auf unterhaltsame Art als Fantasy verstanden werden und ebenso gefallen. In meinen Augen ist es allerdings ein Liebesroman, der schon fast als spiritueller Ratgeber verstanden werden darf. Unterhaltsam und tiefgründig zugleich.


 


PEACE FOOD - VEGANO ITALIANO Das Kochbuch von Ruediger Dahlke


Als Appetitmacher unschlagbar - aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden... Nicht immer wurde mein Geschmack getroffen

 

Appetitmacher ohne Geschmacksverstärker

 

Lange habe ich hin und her überlegt, ob ich nun vier oder drei Sterne für das Kochbuch vergeben soll. Dann habe ich mir in Erinnerung gerufen, was ich von diesem veganen Kochbuch vor dem ersten Aufschlagen der Seiten für mich erhofft habe: Ich erwartete Inspiration und Ideen für eine Umstellung meiner Küche von vegetarisch auf vegan. Ich wünschte mir, Rezepte für Speisen zu erhalten, die gut schmecken, abwechslungsreich und für mich ohne allzu großen Aufwand umsetzbar sind.

Dieser Anspruch wurde zum Großteil erfüllt. 3,5 Sterne von mir.

Das Buch ist nach einem ausführlichen Einleitungsteil nach dem Vorbild der italienischen Menüabfolge in Rezepte für Vorspeisen, erste und zweite Hauptspeise und Nachtisch unterteilt und zeigt zu jedem Rezept – wie bei Gräfe und Unzer schon seit Jahrzehnten üblich – ein sehr ansprechendes Foto der entsprechenden Mahlzeit.

Aus jedem Bereich habe ich mindestens ein Rezept herausgegriffen und nach Anleitung nachgekocht. Bei den ersten beiden Kochversuchen hatten meine 16-jährige Tochter und ich Rezepte erwischt, die uns für die Zukunft viel Inspiration geliefert haben. Zum einen war das ein sehr schnell und unkompliziert zu backendes, wohlschmeckendes Brot, zum anderen ein Brotaufstrich aus frischer Petersilie, der sich auch gut unter Verwendung von Wildkräutern abwandeln lässt. Des Weiteren testeten wir ein Nudelgericht in der Sparte „Primi Piatti“, das auch sehr viel Zuspruch bei uns fand.

Das folgende Testkochen fiel dann weniger glücklich aus. Wir setzten die Rezepte für die Polenta mit Peperonata und dazu noch den „Feinen Selleriesalat mit Walnüssen“ in die Praxis um. Farblich war das Gericht im Teller ein Augenschmaus mit dem Maisgelb und bunten Gemüse, aber geschmacklich hat es uns nicht umgehauen, was an fehlender Würze lag. Den Sellerie habe ich nicht in feine Stifte geschnitten sondern grob gehobelt. Man kann sich auch da Arbeit sparen. Ich denke, dass er in etwas zärteren Stücken auch schneller als Salat durchzieht.
Man sollte bei den Rezepten bedenken, dass wir hier in Deutschland, besonders um diese Jahreszeit, nicht die sonnenverwöhnten Gemüse wie in Italien haben. Dennoch fehlte dem Ganzen der Pep. Wenn ich es wieder einmal kochen sollte, werde ich die Polenta zumindest mit Gemüsebrühe anstelle des Wassers zubereiten und der Peperonata viel mehr Thymian zuführen - und auch mehr Pep-Gewürze... Es muss ja nicht gerade wie Schonkost schmecken, um gesund zu sein. Zumindest habe ich die ganze Zwiebel rein und nicht nur die halbe, sonst wäre es bestimmt noch fader gewesen. Außerdem halte ich dies für eine unnötige Verschwendung. Auch zum ausprobierten Nachtisch-Rezept muss ich sagen, dass das Ergebnis im Verhältnis zu den Kosten für die Zutaten nicht gerade ein Geschmackserlebnis ist, das nach mehr verlangt.

Bei fast jedem getesteten oder auch nur durchgelesenen Rezept habe ich Kritikpunkte zur Darstellung der Zubereitungsabfolge anzubringen. Oft ist der Rezeptaufbau unpraktisch, von den Garzeiten und dem Arbeitsablauf unlogisch oder verlangt schlichtweg unnötige Arbeitsschritte, die weder eine Geschmacksverbesserung noch eine Perfektionierung des erstrebten Ergebnisses bringen. Vielleicht wird dadurch so mancher die Lust am veganen Kochen verlieren: Da soll Backpapier für eine Kastenform zurechtgeschnitten werden, wo man die Backform ebenso vegan auch einfach mit Olivenöl einpinseln kann. Das Bruschetta-Brot, dem das bisschen Öl jedenfalls nicht geschadet hat, ging nach dem Backen ebenso leicht aus der Form. Dann sollen Kirschtomaten oder Auberginen geschält werden. (Im Foto zum Rezept hatten die zubereiteten Auberginen übrigens auch ihre Haut…). Für den Mandelpudding mit Agar Agar war eine Kochzeit von 10-15 Minuten anberaumt. Ich habe dafür Agartine verwandt, die nur eine Kochzeit von mindestens 2 Minuten braucht. Schließlich sollte diese Flüssigkeit, die keinerlei feste Stoffe beinhaltet, durch ein Sieb in Schälchen abgefüllt werden, was ich ebenfalls wegließ und dennoch von der Konsistenz her ein perfekt Götterspeise-ähnliches Produkt erhielt. Aber ich habe schon in anderen Gräfe + Unzer-Koch-Backbüchern festgestellt, dass da manchmal etwas Unlogisches in den Rezepten steht, wie um besonders, spektakulärer zu wirken...

Bei diesem Kochbuch fehlen mir auch Tipps, die ich in der Rezeptbesprechung zwischen den anderen teilweise schon veganen Buchtestern lesen konnte. Tipps, die dem angehenden Veganer in der Küche wirklich von Nutzen wären, wie z. B. zur eigenen, recht einfachen Herstellung der Mandelmilch, die als Fertigprodukt im Laden sehr kostspielig ist. Dem Leser von PEACE FOOD – Vegano Italiano – Das Kochbuch würde dies mehr Unabhängigkeit von der industriellen Herstellung bringen, was eigentlich auch Anliegen der Autoren beim Thema des Buches sein sollte. Stattdessen sind so Belanglosigkeiten wie das Markieren der Höhe einer Getreidemenge in der Tasse mit einem Filzstift, um die gleiche Menge Wasser zu treffen, mehrfach als Tipp zu finden.  Ebenso hätte man am langatmigen, esoterischen Einleitungsteil über die Vorteile veganen Lebens sparen können. Wer ein solches Kochbuch kauft, braucht keine Erklärung mehr, warum man vegan kochen sollte, sondern sucht bereits nach praktischen Hilfen zur Änderung des gewohnten Lebensstils, die nicht immer auf gekauften Produkten basieren sollten. Selbstgemachte Nudeln gehören für mich auch zum italienischen Lebensgefühl.

 

 

 

MANIEREN - von Asfa-Wossen Asserate


Faszinierender Gesellschaftsspiegel und Lesegenuss



Keine Anleitung für das Einbleuen höflicher Verhaltensregeln, aber das Vermitteln einer starken inneren Haltung und von Respekt, sowohl gegenüber der eigenen Kultur als auch der gegenüber fremden Gesellschaften.
Mich hat neben der Eleganz und Feinheit seines deutschen Sprachausdruckes besonders der ungeheuere Wissensschatz, den der Autor vermittelt, begeistert. Faszinierende Leistung eines Mannes, der erst im Erwachsenenalter in Deutschland ansässig wurde und doch aus einem völlig fremden Kulturkreis stammt.
Chapeau!




GÖTTER, GRÄBER UND GELEHRTE - von C. W. Ceram

 

Historisches Wissen nicht einen Abschnitt lang trocken oder langweilig

 

Ein Buch, das wohl bei vielen von uns in der Bibliothek der Eltern stand. Da hatte ich ein paar Bedenken, ob ein Roman dieses Alters entspannend und ohne große Anstrengung zu lesen ist - aber weit gefehlt! Ich musste auf der dritten Seite sogar schon schmunzeln. Allerdings hat dieser Roman wenig mit dem gemein, was wir heute unter einem Roman verstehen. Dennoch liest sich das Buch ausgesprochen kurzweilig. "Götter, Gräber und Gelehrte" ist eine Chronik, die vorrangig vom Leben der Archäologen erzählt und nicht dem der Herrscher, die sich selbst Denkmäler setzten. Geschichte ist hier sehr spannend zusammengefasst und man fiebert mit den Altertumsforschern, die ihren Sehnsüchten folgten, alle Hindernisse, Zweifel und Anfeindungen überwanden und den verdienten Erfolg ernteten, der in ihren Augen nicht materiell, sondern hauptsächlich ideell war. Die Wahrheit wurde in difisiler Feinarbeit bewiesen. Nur bedauerlich, dass die Menschheit offenkundig nichts aus ihrer Vergangenheit gelernt hat, obwohl die Forscher durch ihre Entdeckungen die Ursachen vom Untergang der Kulturen immer wieder ans Tageslicht brachten. Denn die ausgegrabenen Schätze waren und sind nicht nur atemberaubend anzusehen. Sie sind Zeugnisse von Machtmissbrauch, vom Blut und Schweiß unserer Vorfahren, von den Mühen der kleinen Leute an der Basis der Völker, auf deren Schultern sagenhafte Kulturen aufgebaut wurden - und ihre Entdecker wussten dies zu würdigen.

 

 

 

KEIN MENSCHLICHER MAKEL - von Ellinor Wohlfeil


Balsam für die Seele



Ach herrje! Wieder so ein Buch, das den Deutschen das Stigma der Schuld aufdrückt, habe ich gedacht. Aber nein! Weit gefehlt!

In einem sanften Erzählstil mit gefühlvollen Worten und einer sehr angenehmen Sprache bringt die Autorin jüdischer Abstammung dem Leser ihre Lebensgeschichte und Erfahrungen während der Hitlerzeit nahe, ohne jemals anzuklagen.

Im Buch durchlebt die Protagonistin Ruth während einer therapeutischen Sitzung nochmals ihre Kindheit und Jugend mit jenen Hindernissen, die das nationalsozialistische Regime nichtarischen Bürgern in den Weg legte. Bei all der Verfolgung leidet Ruth darunter ständig ausgegrenzt und benachteiligt zu werden, für ihre schulischen Leistungen keine gerechte Beurteilung zu erfahren und ihren eigenen Veranlagungen und Vorlieben nicht folgen zu dürfen. Zusätzlich kommt der unterschwellige Vorwurf, dass sie keine Freude darüber empfindet, nicht in einem Konzentrationslager zu vegetieren oder sonstige körperliche Gewalt und Verfolgung erdulden zu müssen.

Das Anliegen der Autorin ist, darauf aufmerksam zu machen, bedachtsamer mit seinen Mitmenschen, besonders mit Kindern, umzugehen und ihren Wunsch zu individueller Entfaltung und ihre Lebensfreude nicht zu unterdrücken.

Dieses Sich-ausgegrenzt-fühlen, weil man in irgendeiner Form anders ist als andere, zerbricht die Seele. Dazu muss man keiner anderen Rasse, Kultur, Religion oder Hautfarbe angehören. Dazu reicht auch schon eine Behinderung, die Angehörigkeit zu einer anderen Gesellschaftsschicht oder einfach eine andere Meinung als die der Allgemeinheit. Und diese Botschaft konnte die Autorin in der Erzählung sehr gut transportieren. Darum wäre es sicherlich eine empfehlenswerte Lektüre für den Schulunterricht.

Auch meiner Seele hat das Lesen dieses Buches gut getan. Mit der Antwort der Autorin auf eine Gewissensfrage: „In dem Augenblick als sie mich beschimpften, hatte ich nicht den Mut dazu“, habe ich mich auch mit meinen Selbstvorwürfen als Deutsche versöhnt.

Ein Buch, das Balsam für die Seele ist und Mut macht! 




DIE ALLENDES - von Günther Wessel


Nicht unbedingt Unterhaltungsliteratur, sondern eher die Historie des Staates Chile auf seinem Weg in die Demokratie als eine Familiengeschichte. Dies deutet der Untertitel allerdings schon an, wodurch ich kaum Erwartungen an tiefe Einblicke in das Privatleben der Protagonisten hatte.

Es ist ein gesellschaftspolitischer Bericht über die Familie Allende und ihre Zeit, der interessante Hintergründe für Beobachter der Weltpolitik bietet. Die Sprache ist nüchtern, klar und leicht verständlich. Auch wenn es kein sehr zeitgenössisches Buch mehr ist, könnten so mache Verstrickungen gewisser Großmächte in der Politik heute durch die Offenlegung der Geschichte von damals für kritische Betrachter offensichtlicher werden.

Für mich als Autorin waren die Einblicke in das Leben und den schriftstellerischen Werdegang Isabel Allendes - wenn sie auch sehr knapp gehalten waren - ganz nett. Aber da hätte ich gerne einen genaueren Blick über den Zaun geworfen.




MANN AUS APULIEN - von Horst Stern


Eintauchen in die Geschichte



Der rothaarige Stauferkaiser Friedrich II, Enkel Barbarossas, war sicher nicht der einfachste und angenehmste Zeitgenosse, aber hochintelligent und ebenso mit Gefühlen ausgestattet, wie jeder andere Mensch auch.
Horst Stern lässt ihn in seinen letzten Lebensjahren und auf seinem Sterbebett über sein Leben nachdenken und Sterns spannende Schreibweise in der ersten Person und seine angemessene Wortwahl gegenüber der Geschichte bringt einem Friedrich so nah, als würde man seine Erinnerungen, Reue und Gedanken selbst protokollieren und Träger seiner tiefsten Geheimnisse werden.
Man wird zum Voyeur, Vertrauten oder Inquisitor - stets gierig nach der nächsten Anekdote, Tat oder Untat des Protagonisten.
Am Ende habe ich bewundernden Respekt für diesen Mann empfunden, der die Geschichte Europas geprägt hat. 




DIE KINDER DES GRAL - von Peter Berling


Gute Recherche langatmig verpackt



Als Kennerin der historischen Hintergründe kann ich sehr gut mitfühlen, mit wie viel Herzblut der Autor bei der Sache war. Seine akribische Recherche ist auch besonders zu loben und zeigt sich durchgängig im Roman.
Die Thematik des Buches gibt normalerweise eine Unmenge an Kopfkino her, das teilweise leider sprachlich langweilig dargestellt wurde und andererseits durch abrupte Szenenwechsel verwirrt, wodurch mir der rote Faden verloren ging.
Ich habe den Roman dreimal in zeitlichen Abständen zu lesen begonnen, weil ich nur zu gerne in diese Zeit und Welt aus der Sicht Peter Berlings eingestiegen wäre. Leider war es mir mit diesem Buch viel zu mühselig und verschaffte mir weder Entspannung, noch Gefühlsregung, so dass ich das Ende nie erreicht habe.




DIE TOCHTER DER KETZERIN - von Catherine Jinks


Geschichte für Jugendliche spannend vermittelt



Auch aus beruflichem Interesse lese ich einfach alles, was mit dem Katharerkreuzzug in Südfrankreich zu tun hat und war schon nach wenigen Seiten total von "Der Tochter der Ketzerin" begeistert!
Der Schreibstil der Autorin besticht durch seine Ungewöhnlichkeit, die aber besonders tief in die Geschichte eintauchen lässt. Das geschichtliche Wissen und die höchst authentischen Schilderungen vermitteln ein genaues Bild dieser Zeit, Region und seiner Menschen. Sehr fesselndes Jugendbuch!




ICH BIN DAS LICHT von Neale Donald Walsch

 

Versöhnung mit dem Leben

 

Diese Geschichte ist nicht nur für Kinder, sondern gibt auf märchenhafte Weise auch Erwachsenen die Antwort auf die grundlegendste spirituelle Frage: Warum lässt Gott das Leid in der Welt zu?

Am Ende ist man versöhnt mit Gott, dem Universum und vielleicht sogar mit der Kirche, die sicherlich nicht mit jedem Wort des Autors konform geht. Ein wundervoll spirituelles Buch, das verstehen und verzeihen lehrt und tief berührt.




MÄRCHENMOND - von Wolfgang Hohlbein

 

Nichts ist, wie es scheint

 

Schade! Wirklich schade! Denn die Ansätze, die als lehrreich gedachten Ideen, die hinter dieser Fantasy-Story stecken und sich im Beginn und am Ende des Buches zeigen, sind wirklich gut und lobenswert. Auch die schöne Schriftsprache ist entspannend und für junge Leser sehr zu empfehlen. Im Mittelteil des Buches lässt die Qualität zwar etwas nach, da die Sätze dann teilweise unausgewogen und abgehackt wirken, dennoch bleibt der sprachliche  Ausdruck des Autors durchaus vorbildlich Aber bei zu detaillierten Beschreibungen lassen die Konzentration schnell nach und man muss Textstellen zweimal lesen, um den Faden nicht zu verlieren. Da wird alles sehr langatmig. Außerdem waren manche Gegebenheiten und Handlungen unlogisch und wurden im Gegenzug überhaupt nicht dem Leser erklärt.  

Psychologisch versteht der Autor meiner Meinung nach sehr wenig von den Gefühlen der Menschen oder kann sich nicht einfühlen und dies trotz vieler Worte in gewissen Szenen darum auch nicht beschreiben. So wird die Story fast gänzlich emotionslos. Jemand, der Angst hat, nimmt z. B. nicht mehr wahr, was genau alles in welcher Art und Weise auf dem Tisch liegt, selbst wenn er lange darauf starrt... Gerade solche ausführlichen Beschreibungen, die für die Handlung völlig unerheblich sind, haben mir die Lesefreude schnell genommen. So auch der angeführte Grund des jungen Helden, der Auslöser, weshalb er seine Reise in die Fantasy-Welt Märchenmonds antritt, nämlich um seine im Koma liegende kleine Schwester zu retten. Dies geht nach den ersten Anfangskapiteln völlig verloren und es wird über mehrere hundert Seiten hinweg darauf überhaupt keinen Bezug mehr genommen. Man verliert das Mitgefühl und Verständnis für den Protagonisten. Erst nach mehr als zweihundert Seiten wird endlich wird klar, dass das Nichterwähnen des eigentlichen Reisegrundes von Kim, die Befreiung seiner Schwester, als Grund des Vergessens, einer Amnesie des Helden gelten soll. Trotzdem wäre es für den Leser verständlicher, wenn dies immer mal wieder angedeutet würde z. B. indem der kleine Held darüber nachsinnt, warum er eigentlich für Märchenmond kämpft oder sich eine Amnesie auch irgendwie anders während dieser Zeit andeutet. So hat es den Anschein, dass der Autor selbst vergessen hat, was er zu Anfang schrieb und, weil er keine Lust hatte, die Story nochmals zu überarbeiten, einfach dies am Ende mit einer vorher sich in keiner Weise zeigenden Amnesie der Protagonisten begründet.

Außerdem wechselt die Handlungsweise des jugendlichen Helden von altersgemäß über logische Denkweisen eines 40-Jährigen bis kindisch wie ein Kleinkind.

Und warum muss die Welt immer durch Mord und Todschlag gerettet werden, selbst wenn man dies in ein paar Nebensätzen bedauert? Als das Buch trotz allem gerade anfängt, positiv auf die Charakterbildung des Lesers zu wirken, beginnen diese Kriegsszenen, in welcher der Held und Retter ein Krieger ist und nur durch Kampf dem Guten zum Sieg verhilft. Können denn, angesichts der vielen Gewalt verherrlichenden Bücher und Filme nicht wenigstens Fantasy-Bücher Gewalt durch z. B. Zauber bannen? Wo doch selbst im Buch gesagt wird: Alles ist möglich... Muss immer totgeschlagen werden? Denn zur Abschreckung dienen die Szenen auch nicht. Sie sind eher als einzig mögliche, wenn auch unbequeme Lösung beschrieben. Zitat: "Boraas (die Verkörperung des Bösen in der Story) hat vergessen, dass Gewalt sich letztlich immer gegen sich selbst richtet..." - Und was ist bitteschön mit der Gewalt, die auch die Guten in diesem Buch ausgeübt haben? Warum hat die keine Folgen?

Und warum sind alle Helden männlich?

Wenigstens in einem Fantasy-Buch sollte das scheinbar Unmögliche möglich sein.


 

 

Autorenkollege Andre Biakowski
Autorenkollege Andre Biakowski

 

 

 

Empfehlung für Autorenkollege Andre Biakowski

- immer für einen Scherz zu haben -, dessen schriftstellerische Arbeit mit seinem Buch OBIAD - MEHR ALS NUR MITTAGESSEN der Völkerverständigung dient und eine Huldigung an die letzen Überlebenden den Holocaust ist!

 

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Ein weiterer Buch-Shop

 

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Vielleicht auch ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht?

 

Orientalischer Tanz

 

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Was Sie hier erwartet.

Stöbern Sie ein wenig, verweilen Sie, nehmen Sie sich Anregungen und Tipps, lesen Sie, wie meine Romane entstanden sind, wie ich arbeite. Aber auch, welche Schwierigkeiten es gibt und vor allem, wie man einen Roman verkauft oder besser, wie ich einen Verlag für meine Jugendbuchreihe Mary Island gefunden habe. Oder um ehrlich zu sein, wie das Verlagshaus el Gato mich “entdeckt” hat. Auch wenn das Thema und der Inhalt dieser Reihe ein ernstes ist (Erwachsenwerden ist nicht spaßig!), so darf an dieser Stelle doch geschmunzelt werden.

Sayumi - von meiner Autorenkollegin Sadako
Sayumi - von meiner Autorenkollegin Sadako

 

"Wenn du das Weinen verlernt hast, bist du bereits tot."

 

Welche Ausmaße kann es annehmen, wenn ein kleines, achtjähriges Mädchen aus dem schützenden Kreis der eigenen Familie gerissen wird?
Dass es für das betroffene Kind und seine Familie von Beginn an der unvergleichliche Horror sein wird, kann sich jeder ausmalen. Doch die Ereignisse, welche folgen, nachdem die kleine Sayumi nach einem häuslichen Unfall aus dem Krankenhaus entführt wird, übertreffen alle Vorstellungen eines rational denkenden Menschen.
Fernab jeglicher Bindung von Zeit und Raum entwickelt sich für die kleine Antiheldin eine Geschichte, die weit über den Kampf um Leben und Tod hinausgehen wird.

 

Subtiler Horror, tragisches Drama, symbolisches Arthouse, rasante Action und verspielter Bubblegum-Pop.

Das gewählte Haus - von meiner Autorenkollegin Aud Tauber
Das gewählte Haus - von meiner Autorenkollegin Aud Tauber

 

"So manche Frage des Verstehens wird euch vielleicht offenbleiben. Doch ich werde euch die Antwort nicht geben! Denn darauf würdet ihr sagen: „Ja, so könnte es sein …“ Wenn ihr euch, durch Erleben, jedoch die Antwort selber erarbeitet, werdet ihr sagen: „Ja, so ist es…!“ Und erst dann werdet ihr wirklich wissend darüber sein."

Auch Indigor, der Protagonist, muss sich seinen tiefsten Ängsten stellen und an ihren Ursprung zurückgehen. Er lädt den Leser ein, ihn auf diesem Weg zu begleiten, und vielleicht erkennt der eine oder andere sich in ihm wieder?

 

Und noch eine Besonderheit hat dieses Buch: Es wird von der Autorin fachmännisch handgebunden!

 

Vorleserin, Kurpfalz, Biedermeier, Mannheim, Heidelberg, Schimper, Elsass, Empire-Mode,
Autorin Gabrielle C. J. Couillez

 

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Wohnzimmerlesungen mit Gastautoren in meinem blauen Haus

 

Vergütung nach Absprache

 

Katharer, Gral, Montsegur, Carassonne, Katharer-Kreuzzug, Südfrankreich, Languedoc, Raymond de Toulouse
Autorin Gabrielle-C-J-Couillez

 

Mein historischer Roman erhältlich im Verlagsshop als Buch und eBook beim Klick auf das Cover

Keuzzug, Ritter, Templer, Akkon, Ludwig der Heilige, Kreuzritter, Gral, Grabtuch

Ein Buch gegen den Krieg! Ein Buch, das berührt und uns unsere tiefsten Abgründe bewusst machen soll...

Ab sofort kann auch Band 2 meines historischen Romans um den Ritter Olivier de Termes für 19,90 € erworben werden!

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Foto Juan Termes
Foto Juan Termes

"Wir brauchen Bücher, immer mehr Bücher!

Durch das Buch, nicht durch das Schwert, wird die Menschheit die Lüge und Ungerechtigkeit besiegen!" (Emile Zola)


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